MusicBrainz Picard

MusicBrainz Picard

Musiktagging leicht gemacht – mit MusicBrainz Picard bringst du Ordnung in deine Musiksammlung.

MusicBrainz Picard ist ein leistungsstarker Tag-Editor, der deine Audiodateien mit sauberen, einheitlichen Metadaten versorgt. Wenn du deine Musiksammlung endlich ordentlich, korrekt benannt und mit Cover versehen haben willst, ist Picard das richtige Werkzeug. Im Folgenden zeige ich dir, wie es funktioniert, wo es glänzt und worauf du achten solltest.

Vorteile

  • Sehr genaue Erkennung dank akustischer Fingerprints
  • Enorme Flexibilität durch Plugins und Scripting
  • Plattformübergreifend und kostenlos

Nachteile

  • Benötigt Einarbeitung und manuelle Kontrolle bei Samplern
  • Abhängigkeit von Online-Diensten für Cover
  • Kann bei riesigen Bibliotheken Zeit brauchen

Was ist MusicBrainz Picard?

Picard ist der offizielle Tagger zur riesigen, community‑gepflegten MusicBrainz-Datenbank. Ziel: deine Musikdateien zuverlässig erkennen, mit korrekten Tags versehen und nach deinen Regeln umbenennen. Das Ergebnis fühlt sich an wie Frühjahrsputz für deine Sammlung: sauber, einheitlich, durchsuchbar.

So funktioniert Picard

Du lädst Ordner, lässt Picard zunächst zu Gruppen clustern und suchst dann entweder per Metadaten-Abgleich oder per Scan über akustische Fingerprints. Danach wählst du die passende Veröffentlichung, übernimmst die Metadaten und speicherst. Auf Wunsch benennt Picard Dateien und Ordner automatisch um und sortiert alles in deine gewünschte Struktur.

Hauptfunktionen im Überblick

  • Akustische Fingerprints: Erkennen auch bei chaotischen Dateinamen oder falschen Tags.
  • Intelligenter Abgleich: Album-, Track- und Katalogdaten aus einer großen, aktiven Datenbasis.
  • Cover-Art: Automatisches Laden von Album-Covern, optional auch Einbettung in die Datei.
  • Plugins: Von Genres und Lyrics bis zu Titel‑Formatierung, Playlists, Cuesheets und mehr.
  • Scripting: Frei konfigurierbare Regeln zum Umbenennen, Tag-Mapping und zur Ordnerstruktur.

Dateiformate und Plattformen

Picard läuft unter Windows, macOS und Linux. Unterstützt werden gängige Formate wie MP3, FLAC, AAC/M4A, OGG/Opus, WMA, WAV, AIFF, APE, WavPack und weitere. Praktisch: Auch komplette Audio-CDs lassen sich nachschlagen.

Für wen lohnt sich Picard?

Wenn deine Sammlung gewachsen ist wie ein wilder Garten, bringt Picard Ordnung rein. Beispiel aus der Praxis: Ein Ordner mit 5.000 unsortierten Tracks, kryptischen Dateinamen und doppelten Alben. Mit Fingerprint-Scan, korrekter Release-Wahl und einem einfachen Umbenennungs-Skript stand am Ende eine klar strukturierte Bibliothek. Das dauert, spart danach aber täglich Zeit und Nerven.

Tipps für den perfekten Workflow

  • Starte mit kleinen Ordnern und arbeite albumweise, statt tausende Dateien auf einmal zu verarbeiten.
  • Nutze Lookup für bereits halbwegs getaggte Alben, Scan für chaotische Einzelfiles.
  • Wähle die passende Veröffentlichung bewusst aus, besonders bei Deluxe- und Remaster-Editionen.
  • Wenn Cover-Downloads hängen, temporär Cover-Laden deaktivieren und später erneut versuchen.
  • Plugins gezielt einsetzen, etwa für Titel‑Großschreibung oder automatische Playlists.

Grenzen und typische Stolperfallen

Picard ist kein Fire‑and‑Forget‑Tool. Bei Compilations und Reissues ist manuelle Kontrolle wichtig. Die Qualität hängt zudem davon ab, was die Community bereits erfasst hat. Große Batches wirken langsamer, weil Anfragen bewusst rate‑limitiert sind. Und: Für Cover ist Picard auf externe Dienste angewiesen; wenn diese haken, dauert es länger.

Neu in der aktuellen Version

  • Verbessertes Login und Browser‑Integration für schnelleres Authentifizieren.
  • Neue Aktion zum Zusammenführen ursprünglicher und neuer Tag‑Werte, um Datenverlust zu vermeiden.
  • Stabilitäts‑ und Sicherheitsfixes, u. a. für SSL‑Konflikte unter Windows und für eingebettete Cover in bestimmten Formaten.
  • Feinschliff bei Cover‑Fallbacks und nützliche Ergänzungen fürs Scripting.

Alternativen und Ergänzungen

Für schnelle Einzeländerungen bieten sich spezialisierte Tag‑Editoren an, für sehr tiefe Automatisierung kann ein CLI‑Tool ergänzen. Doch wenn es um präzises, quellbasiertes Tagging kompletter Bibliotheken geht, setzt Picard den Maßstab.

Fazit

Picard ist kein Spielzeug, sondern das Schweizer Taschenmesser fürs Musik‑Tagging. Ja, du investierst Zeit. Aber du bekommst Kontrolle, Konsistenz und eine Sammlung, die sich endlich gut anfühlt. Mit Plugins und Scripting wächst Picard mit deinen Ansprüchen mit. Für große Mediatheken ist es die beste kostenlose Wahl.

Häufig gestellte Fragen:

Ist Picard wirklich kostenlos?

Ja. Picard ist Open Source und kann kostenlos genutzt werden.

Kann ich meine Ordner automatisch umbenennen?

Ja. Über die Umbenennen‑Funktion und Scripting legst du Ordnerstruktur und Dateinamen exakt fest, inklusive Variablen für Künstler, Album, Jahr, Disc und Track.

Was mache ich, wenn Cover‑Downloads hängen bleiben?

Deaktiviere das Cover‑Laden kurzfristig, speichere die Tags ohne Cover und hole die Bilder später nach. Oft liegt es an temporären Engpässen externer Dienste.

Wie gut erkennt Picard Compilations?

Gut, aber du solltest die exakte Veröffentlichung wählen und Ergebnisse prüfen. Bei Samplern ist manuelle Auswahl häufig die halbe Miete.

Unterstützt Picard Streamingdienste?

Nein. Picard taggt lokale Audiodateien. Es greift nicht direkt in Bibliotheken von Streamingapps ein.

Eigenschaften der Software

Rating:

4,6

Name:

MusicBrainz Picard

Lizenzart:

Open Source (GPL)

System:

Windows, macOS, Linux

Sprache:

Mehrsprachig

Update:

09.01.2026

Latest Version:

2.13.3